5. Todestag von Cem Karaca
Februar 15, 2009
Cem Karaca (geboren am 19. März 1945 in Istanbul, gestorben am 8. Februar 2004 in Istanbul). Seine Mutter war eine armenienstämmige Künstlerin (Toto Karaca), sein Vater ein aserbaidschanstämmiger Künstler (Mehmet Karaca). Er ist ein Pionier der türkischen Rockmusik und einer der bedeutendsten Vertreter des Anadolu Rock.
Nachdem er zunächst in Coverbands gespielt hatte, gründete er 1967 seine erste türkischsprachige Band Apaşlar und Kardaşlar. 1972 wurde er Mitglied der Gruppe Moğollar. Nachdem sich Moğollar aufgelöst hatte, gründete er Dervişan. Bemerkenswert ist sein 1984 erschienenes deutschsprachiges Album “Die Kanaken“, in dem er mit Liedern wie “Mein Deutscher Freund” oder “Es kamen Menschen an” die Situation der türkischen Gastarbeiter und Immigranten in Deutschland thematisierte.
Zu seinem 5. Todestag finden vor allem in der Türkei kulturelle Organisationen statt.
Türkische Rockmusik – Türk Anadolu Rock
Mai 4, 2008
Die Geschichte der türkischen Rockmusik, besser bekannt unter Türk Rock oder Andadolu Rock, nahm ihren Beginn in den 60er Jahren. Wodurch wurde dieser Trend ausgelöst? Bestimmend war wohl der steigende Bekanntheitsgrad der Rockmusik aus den Vereinigten Staaten und dem Vereinigten Königreich.
Der Versuch Rockmusik und die traditionelle türkische Volksmusik zu kombinieren gelang der Gruppe Moğollar erfolgreich und wurde mit dem Grand Prix de Disque der Academie Charles Cross ausgezeichnet. Dies war wohl der Beginn der Modernisierung der Türkei in Bezug auf die Musik. So gehörte der Versuch von Moğollar mit zu der Idee der nationalen Ideologie. Die türkische Volksmusik, auch Halk Müzigi genannt, sollte mit der europäischen Musik harmonieren. Die Pioniere der türkischen Rockmusik sind Moğollar, Barış Manço, Cem Karaca und Erkin Koray.
Mit diesem Vorhaben hielten zweierlei Dinge Einzug in die Türkei: zum einen neue Instrumente wie zum Beispiel das Klavier, zum anderen das europäische Tonsystem, welches aus 12 Tönen besteht, das türkische jedoch aus 24. Die Synthese zwischen E-Gitarre, Schlagzeug und Synthesizer mit türkischen Melodien und Instrumenten wie den nationalen Saiteninstrumenten und Rohrflöten führte zu Experimenten mit den technischen Möglichkeiten des Westens.
Waren die Texte zu Beginn noch auf englisch und französisch gehalten so kehrten die Musiker jedoch alsbald wieder in ihre Nationalsprache türkisch zurück. Mit Einsatz der Hippie-Bewegung, welche auch die Türkei erreichte pilgerten die Musiker an der Philosophie des Orients interessiert in den Osten um neue musikalische Impulse zu finden. Der türkische Psychadelic Rock feierte erstmals internationale Berühmtheit.
Bis Mitte der 70er Jahre war die Richtung Psychedelic Rock sehr populär. Ende der 70er gewann auch die Spielart Progressive Rock mehr Beliebtheit. Moğollar nahmen 1971 in Paris das legendäre Album (Anadolu Pop) auf, die mit dem Grand Prix du Disque der Academie Charles Cross ausgezeichnet wurde.
Barış Manço brachte 1976 eine Single in London heraus (Nick The Chopper), womit er seinen internationalen Durchbruch in den europäischen Charts erlangte. 4 Wochen lang hielt sich diese Platte auf Platz 1 in England, Frankreich und Belgien. Damit platzierte er sich noch vor Elton John. Zudem trat er 1990 mit Metallica zusammen bei einem Rockkonzert in Russland auf.
1984 erschien in Deutschland das Album von Cem Karaca (Die Kanaken), in dem er mit Liedern wie “Mein Deutscher Freund” oder “Es kamen Menschen an” die Situation der türkischen Gastarbeiter und Immigranten in Deutschland thematisierte.
Erkin Koray veröffentlichte in Deutschland von 1977 bis 1983 vier Alben.
Cem Karaca
Mai 3, 2008
Cem Karaca (geboren am 19. März 1945 in Istanbul, gestorben am 8. Februar 2004) war ein türkischer Rockmusiker und einer der bedeutendsten Vertreter des Anadolu Rock.
Nachdem er zunächst in Coverbands gespielt hatte, gründete er 1967 seine erste türkischsprachige Band Apaslar. 1972 wurde er Mitglied der Gruppe Mogollar. Nachdem sich Mogollar aufgelöst hatte, gründete er Dervisan.
Ihm wurde vorgeworfen, mit seinen Liedern die Bevölkerung gegen die Regierung aufzuwiegeln. Nach dem Militärputsch 1980 wurde deshalb gegen ihn Haftbefehl erlassen und er wurde ausgebürgert. Seit 1979 lebte Karaca deshalb im Exil in Deutschland, wo er auch auf deutsch sang. Erst 1987 wurde er vom damaligen türkischen Ministerpräsidenten Turgut Özal amnestiert und konnte in seine Heimat zurückkehren.
Bemerkenswert ist sein 1984 erschienenes deutschsprachiges Album Die Kanaken, in dem er mit Liedern wie “Mein Deutscher Freund” oder “Es kamen Menschen an” die Situation der türkischen Gastarbeiter und Immigranten in Deutschland thematisierte. Andere Lieder thematisieren Arbeitslosigkeit (Total geschlaucht) oder Vorratsdatenspeicherung (Schnüffler). Seine Texte sind auch nach über 20 Jahren noch aktuell.
Besonderes Charakeristikum ist die raue Stimme Karaca, die er sowohl in Rock- und Jazzmusik einsetzen konnte.
Im Jahr 2006 kam das Album “Mutlaka Yavrum” heraus. Dieses Album wurde zu Ehren von Cem Karaca produziert. In diesem Album findet man Lieder von Cem Karaca wieder, aber gesungen von anderen Musikern wie Haluk Levent, Teoman, Edip Akbayram, der Gruppe maNga und vielen mehr.
Diskografie
Apaslar-Kardaslar (1972)
Tesekkürleriyle (1974)
Nem Kaldi (1975)
Parka (LP) (1977)
Yoksulluk Kader Olamaz (1977)
Safinaz (1978)
Hasret (1980)
Bekle Beni (1982)
Die Kanaken (1984)
Merhaba Gençler (1987)
Töre (1988)
Yiyin Efendiler (1990)
Nerde Kalmistik (1992)
Bindik Bir Alamete (1999)
Mutlaka Yavrum (2006)
Çökertme


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